Moorschutz vernichtet Moore

Hintergrund

Bei einer Veranstaltung letzte Woche in Hamburg (sog. Hamburger Gespräche der Michael Otto Stiftung) kam das Thema “Moorschutz” kurz zur Sprache (in der Stellungnahme des MdB Steffi Lemke, Die Grünen). Obwohl selbstverständlich Moore (in Deutschland, international) effektiv geschützt werden müssen, führt leider die von Frau Lemke vorgeschlagene Politik eher zur Vernichtung als zur Erhaltung der Moore. Teile meiner E-Mail an Frau Lemke finden Sie hier auf dieser Seite.

Schutz der degradierten Moorböden führt zu Vernichtung der wertvollen Moore

Aus meiner E-Mail

“Sie fordern die Einstellung des industriellen Torfabbaus (in Deutschland). Leider führt diese Politik kaum zum Schutz der Moore. Im Gegenteil: eine solche Politik trägt (ungewollt) zur Vernichtung sowohl intakter Moorgebiete (v.a. im Baltikum) als auch degradierter Moorböden (in Deutschland bei). Dabei ist zu beachten:

  • dass alle intakten Moorgebiete in Deutschland bereits unter Naturschutz stehen. Torfabbau ist dort kategorisch ausgeschlossen. Torfabbau findet nicht in Mooren sondern auf degradierten Moorböden statt.
  • dass die degradierten landwirtschaftlich genutzten Moorböden in Deutschland (durch Senkung des Wasserspiegels) unvermeidbar durch Oxydation als CO2 in die Luft gehen.
  • dass Torfabbau in Deutschland nur genehmigt wird wenn gute Wiedervernässung garantiert ist: nach dem Torfabbau entsteht eine Landschaft, die zwar nicht die Qualität der längst verloren gegangenen Moorgebiete besitzt, aber einen viel höheren Naturwert als die heutigen landwirtschaftlichen Flächen.
  • dass durch ein Verbot des Torfabbaus die Böden alles andere als geschützt werden. Im Gegenteil, sie fallen der intensiven Landwirtschaft zum Opfer. Torfböden werden durch „Kuhlung“ völlig vernichtet. CO2 geht verloren, so wie die gesamte Bodenstruktur. Die Option Wiedervernässung ist für die Ewigkeit verloren.
  • dass ein Verbot des Torfabbaus in Deutschland zur Abwanderung des industriellen Torfabbaus vor allem in die baltischen Staaten führt, wo, im Gegensatz zu Deutschland, für die Torfproduktion wertvolle Naturgebiete zerstört werden, ohne Garantie, dass Wiedervernässung stattfindet.

Langfristig ist die industrielle Torfproduktion nicht mehr akzeptabel. Torf soll durch alternative Substrate ersetzt werden. Kurz- bis mittelfristig gibt es aber gute Grunde, den Torfabbau auf degradierten landwirtschaftlich genutzten Moorböden, wie man die in Niedersachsen noch vorfindet, zu konzentrieren. Damit schlägt man zwei Fliegen in einer Klappe: erstens vermeidet man die unwiderrufliche Zerstörung von degradierten Moorböden in Deutschland durch die Landwirtschaft (und erhöht sogar den Naturwert); zweitens verhindert man die Zerstörung intakter Moorgebiete in Ländern wie Estland.

Es gibt zur Zeit gute Gründe für pragmatische Bündnisse zwischen Naturschutzorganisationen und der Torfindustrie. Ich hatte die Ehre, sowohl auf der internationalen Ebene als auch auf er regionalen Ebene in Niedersachsen solche Bündnisse zu moderieren. Dabei konnten die Teilnehmer mit sehr unterschiedlichen Interessen sich schnell über pragmatische Lösungen einigen.  Ich hoffe, diese Informationen sind für Sie hilfreich bei der Entwicklung effektiver Strategien, Böden und Natur zu schützen.”

Zum gleichen Thema:

Mein Kommentar zu den Hamburger Gesprächen 2015

Das Thema Moore/Torf auf meiner Website

Responsibly Produced Peat

IPS – Wise Use of Peatlands

Greifswald Moor Centrum

Der Verbraucher als Deus ex Machina

Wie wir aus Ratlosigkeit wilde Phantasien über den Weltmeister des kurzfristigen Handelns entwickeln*)

Diese Gedanken entstanden bei mir während Vorträge und Gespräche bei den sog. Hamburger Gesprächen letzte Woche.

Eine (zu) schöne Geschichte

Die folgende Argumentation hört man diese Woche wenigstens 1000 mal (wenn nicht 100.000 mal) auf deutschen und internationalen Veranstaltungen (Workshops, Kongressen, Symposien, Festreden, Fernsehprogrammen). Ich kann mir gut vorstellen, dass auch heute eine Rede ungefähr den folgenden Text enthält.

„Wir belasten unseren Planeten mit unseren Produktionsprozessen, Produkten, Abfällen und Emissionen weit über die Tragfähigkeit der Umwelt hinaus. Wir gefährden nicht nur das Klima, die Biodiversität nimmt dramatisch ab und, obwohl fast keiner das merkt, geht die Qualität der Böden so schnell runter, dass nicht nur ganze Ökosysteme bedroht sind, sondern auch die Ernährung der noch immer schnell wachsenden globalen Bevölkerung. Durch die Globalisierung der Wirtschaft hat die Bevölkerung der reichen Länder einen immer größeren globalen Fußabdruck. Die Bundesrepublik braucht die Oberfläche von fünf zusätzlichen Bundesrepubliken. Mit unserem Konsum vernichten wir die Wälder in Indonesien, die Böden und das Grundwasser in Zentralasien und verstoßen wir zusätzlich gegen elementare Menschenrechte weltweit.

Meine Damen und Herren, eine nachhaltige Entwicklung erfordert, dass wir kräftig gegen die Umweltbelastung und die Menschenrechtsverletzungen in unseren globalen Zulieferketten agieren. Aber wie erreichen wir, dass keine Primärwälder für Palmöl gerodet werden, dass die Entwicklung von Sojaplantagen für das in unseren Fleischveredlungsunternehmen verwendete Viehfutter nicht zu Landraub in Südamerika beiträgt, dass die Arbeiterinnen in der Bekleidungsindustrie von Bangladesch ein gerechtes „living wage“ und eine akzeptable Arbeitssicherheit bekommen? Ohne Druck auf die Unternehmen in der gesamten Kette – von der Primärproduktion bis hin zum Supermarkt geht es nicht.

Der Druck sollte (im Prinzip) vom Staat kommen. Der Staat – über die üblichen Instrumente des Ordnungsrechts – sollte das Spielfeld neu definieren. Unternehmen, die heute nur Geld damit verdienen, weil sie die externen Umweltkosten und sozialen Kosten nicht internalisieren in den Preisen ihrer Billigwaren, sollten die externen Kosten endlich mal in Rechnung gestellt werden. Sollten, aber in der Realität ist das wohl sehr schwierig. Motivation und Handlungsspielraum des Staates sind hier das Problem. In den problematischen Produktionsländern fehlt es dem Staat an Motivation. In korruptionsgeplagten Ländern wie Bangladesch oder Indonesien wird der Staat die sozial und ökologisch bedenklichen Praktiken nie effektiv bekämpfen, solange die korrupte Elite darin kein Eigeninteresse sieht. In den Konsumentenländern hat der Staat nur sehr wenig Spielraum. Die WTO verhindert in der Regel, dass importierende Länder die Nachhaltigkeit der importierten Waren regulieren. Es gibt zwar im Bereich der Bioenergie und der Holzimporte gewisse Ausnahmen, aber in der Regel können Deutschland, die Niederlande oder Frankreich keine ökologischen oder sozialen Anforderungen an Soja- oder Textilimporte gesetzlich festlegen, ohne unzulässige Handelsbarrieren zu verursachen.

Liebe Zuhörer, wie können wir trotzdem die Unternehmen in Richtung Nachhaltigkeit bewegen? Wir meinen, dass der Verbraucher (die Verbraucherin) hier eine wichtige Rolle spielen muss und auch kann! Es findet hier bereits eine erfreuliche Entwicklung statt. Es ist heutzutage undenkbar, dass Supermärkte keine kontrolliert biologisch angebauten Lebensmittel oder „fair-trade“-Waren anbieten. Der/die Verbraucher(in) verlangt von Unternehmen, dass er/sie mit gutem Gewissen einkaufen kann. Und die Unternehmen hören auf die kritischen Verbraucher(innen). Der kritische Konsument ist bereits heute ein wichtiger Faktor in der Beeinflussung von Produkten, Produktion und Lieferketten. Diese Rolle wird zunehmen, aber dafür müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: dem Konsument müssen die mit dem Produkt verbundenen ökologischen und sozialen Problemen bewusst sein und es müssen verantwortungsvolle Alternativen vorhanden sein. Wenn der Konsument versteht, dass er einen Beitrag zur Lösung gravierender ökologischer und sozialer Probleme leisten kann, ist er auch bereit dafür ein paar Cent mehr zu bezahlen. Der Schlüssel liegt also bei Schaffung von Bewusstsein und Wissen durch Erziehung und Aufklärung der Verbraucher!“

Otto Moralverbraucher

Deus ex Machina

Ein „Deus ex machina“, ursprünglich „das Auftauchen einer Gottheit mit Hilfe einer Bühnenmaschinerie“, ist „eine sprichwörtlich-dramaturgische Bezeichnung für jede durch plötzliche, unmotiviert eintretende Ereignisse, Personen oder außenstehende Mächte bewirkte Lösung eines Konflikts“. Im Drama der fehlenden Steuerung globaler Stoff- und Warenströme schwebt plötzlich der Verbraucher über der Bühne und bekommt damit fast göttliche Eigenschaften. Der Verbraucher – in seiner Göttlichkeit – löst das Unlösbare: Das Handeln ist völlig blockiert. Die Unternehmen stehen im Wettbewerb zu einander. Wer zu viel Nachhaltigkeit entwickelt, produziert zu teuer und wird vom Markt zurückgepfiffen. Der Staat im Produktionsland wird von dominanten Interessensgruppen zu Korruption und niedrigen Standards gezwungen. Der Staat im reichen Konsumentenland wird von WTO-Regeln gelähmt. Eine völlig aussichtslose Lage.

Und, siehe da, der göttliche Verbraucher entwirrt den Knoten und das Problem ist gelöst!

Phantasiekonstrukt

Der göttliche Verbraucher ist leider ein Phantasiekonstrukt und hat nur ganz wenig mit dem irdischen Verbraucher, Otto Normalverbraucher, gemeinsam. Er lässt sein Kaufverhalten kompromisslos von seinem Gewissen steuern. Es gibt selbstverständlich Käuferschichten (vor allem in den oberen Einkommensklassen), die nur Biogemüse, T-Shirts aus biologisch angebauter Baumwolle und delfinfreundlichen Thunfisch verlangen, oder sogar kategorisch auf Thunfisch verzichten. Die Mehrheit der Verbraucher wird sich auch in Zukunft bei Kaufentscheidungen nur sehr begrenzt, wenn überhaupt, durch ökologische oder soziale Überlegungen steuern lassen. Um das unvermeidliche Drama zu verhindern, wird aus Otto Normal Verbraucher Otto Moralverbraucher (siehe das Buch von Caspar Dohmen) gemacht. Den gibt es aber in der Realität nur sehr selten.

Der Konsument und der Bürger

Weltmeister des kurzfristigen Handelns

Eine nachhaltige Wirtschaft ist davon abhängig, ob wir in der Lage sind, die Priorität langfristiger Ziele wieder herzustellen und Gegengifte gegen die nachhaltigkeitsfeindliche Kurzfristigkeit zu entwickeln. Nachhaltigkeit hat nicht in erster Linie, wie oft angenommen wird, mit einem Kompromiss zwischen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen, sondern mit der langfristigen Stabilität unserer Wirtschaft zu tun. Den Konsument für die langfristige Stabilität unseres Wirtschaftssystem verantwortlich zu machen, wer könnte auf so eine lächerliche Idee kommen? Das Tier Konsument ist in erster Linie durch kurzfristige Ziele und immer wechselnde Emotionen getrieben. Nachhaltigkeit kann dabei durchaus eine Rolle spielen, aber dann in der Form von Emotionen zum Thema Nachhaltigkeit. Dabei können die Emotionen genauso schnell wechseln wie bei anderen Modeerscheinungen. Wer auf das Verhalten des emotionalen Verbrauchers vertraut, wird leider nur Zeit verlieren. Es wird zwar keinen Mangel an nachhaltigkeitsgetriebenen emotionalen Themen am Verbrauchermarkt geben, aber das Ergebnis wird mit Sicherheit nicht nachhaltig sein.

Der Bürger als treibende Kraft

Vom Einfluss der Konsumenten auf Unternehmen durch ihr Kaufverhalten darf man nur ganz bescheidene Beiträge zur Nachhaltigkeit erwarten. Viel mehr Einfluss haben die Menschen in ihrer Rolle als Bürger. Kritische NGOs haben einen viel größeren und direkteren Einfluss auf Unternehmen als die Konsumenten. Die Drohung von NGOs, Unilevers „brand“ Dove anzugreifen, hat Unilever dazu gezwungen, eine Koalition gegen die Vernichtung der südostasiatischen Regenwälder aktiv zu unterstützen. Die Kampagnen der NGO „Lekker Dier“ in den Niederlanden gegen unethische Praktiken in der Hühnerzucht (holländisch: „plofkippen“) hat dazu geführt, dass führende Supermärkte und Lebensmittelhersteller sich auf einigermaßen akzeptable Formen der Hühnerhaltung verpflichtet haben. Es sind weder die Konsumenten noch die Politik, die solche Änderungen bewirkt haben. Ein Großteil der Konsumenten wird auch in Zukunft das billigste Hühnerfleisch kaufen. NGOs wie „Lekker Dier“ können aber effektiv verhindern, dass bestimmte Qualitäten überhaupt noch angeboten werden.

Die Initiative liegt beim Bürger. Die Politik konsolidiert

Der Schlüssel für die Gestaltung nachhaltiger Lieferketten liegt weder beim Staat noch beim Konsument. Der (nationale) Staat ist zu träge und kann in der globalen Wirtschaft oft nicht adäquat handeln. Der Konsument ist Weltmeister Kurzfristigkeit. Die entscheidende Rolle liegt bei dem Bürger und seinen Organisationen: bei den gesellschaftlichen Organisationen (NGOs), die durch eine Kombination von Kritik und Kooperation die Unternehmen in die gute Richtung lenken. Das Ergebnis sind Kompromisslösungen, in denen die Interessen der unterschiedlichen „stakeholders“ repräsentiert werden. Gute Beispiele sind die „roundtables“ für Holz, Palmöl, Soja, etc. (FSC, RSPO, RRS, etc.). Sie reflektieren die heute praktisch realisierbaren Kompromisse, noch nicht die optimalen Lösungen für Nachhaltigkeit. Sie sind aber relativ schnell zustande gekommen, viel schneller als durch klassische internationale Kooperation, zum Beispiel auf der Ebene der Vereinten Nationen, realisierbar gewesen wäre. Solche „multi-stakeholder“-Initiativen haben zu breit akzeptierten Standards geführt. Diese Standards werden noch nicht weltweit effektiv umgesetzt und das kann auch nicht erwartet werden. Die Standards müssen als Angebot der Koalitionen von Bürgern und Wirtschaft an die Politik verstanden werden. Die Standards genießen hohe Akzeptanz und es ist nachgewiesen, dass sie umgesetzt werden können. Jetzt ist die Politik am Zug, sie verbindlich für alle zu machen.

Referenzen

Deus ex Machina, sieh: https://de.wikipedia.org/wiki/Deus_ex_machina

Caspar Dohmen, Otto Moralverbraucher: Vom Sinn und Unsinn engagierten Konsumierens, Orell Füssli, 2014.

Über den “plofkip” https://www.wakkerdier.nl/plofkip 

Siehe auch meine englischsprachige Publikationen, wie
Reinier de Man, Private Sector Driven Sustainability Standards, How can they Promote Sustainability in Third States?, in: Wybe Th. Douma, Steffen van der Velde (eds.), EU environmental norms and third countries: the EU as a role model?, CLEER Working Papers 2013/5.

 

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*) Warnung: dieser Blog enthält Ironie und Humor. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Freunde.

Onverantwoordelijke Bergheggenmus

Vreemde vogel veroorzaakt meer dan zes ton CO2-uitstoot

Op 21 oktober vloog een zeldzame bergheggenmus voor het eerst in de geschiedenis naar de Maasvlakte. Dat beestje was waarschijnlijk gewoon de weg kwijt geraakt, want het hoort hier niet. Het was dan ook de eerste keer dat het in Nederland werd waargenomen.

Het was wel een bijzonder onverantwoordelijke fout. Men zou denken dat zeldzame vogels oog hebben voor milieu en duurzaamheid. Deze vogel echter toonde een volledig gebrek aan verantwoordelijkheid. Had hij gewoon opgelet, dan was er die ochtend zes ton minder CO2 uitgestoten! Wat was namelijk het geval? Nadat het nieuwtje via de tamtam van de socbhmiale media tussen de verschillende vogelaarstammen door heel Nederland was doorgetrommeld, startten overal de milieuvervuilende roestbakken richting Maasvlakte, beladen met mega-telescopen en zware teleobjectieven. Laten we zeggen dat het er vier honderd waren (het zouden er ook veel meer geweest kunnen zijn) en dat ze gemiddeld 120 km moesten rijden om aan dit feest deel te nemen. In dat geval had dat domme beest 48000 autokilometers op zijn of haar geweten! Niet zo duurzaam, lijkt mij. Tegen de 3000 liter benzine ging hier na verbranding als water, CO2 en NOx de uitlaten uit. Beste Bergheggenmus, je hebt meer dan zes ton CO2 onnodig de lucht in laten gaan!

Met dezelfde CO2-uitstoot had je veel nuttigere dingen kunnen doen. Zo had één vliegtuigpassagier hiermee bijna 50.000 km kunnen vliegen. Had je dan in het vliegtuig geen passagier van 70 kg maar hetzelfde gewicht aan bergheggenmussen (zo’n 30 gram per stuk) vervoerd, dan hadden we iets meer dan 2000 van deze vogels bijna 50.000 km kunnen laten vliegen zonder dat ze hun eigen vleugels hadden moeten gebruiken. Of anders uitgerekend: we hadden hiermee zo’n 10.000 bergheggemussen in tourist class van Vladivostok (Siberië) naar de Maasvlakte (rond 10.000 km) kunnen vervoeren.

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Wat op 21 oktober gebeurd is, moet in de toekomst worden uitgesloten. Er zijn verschillende oplossingen denkbaar, waaronder een voorlichtings- of trainingscampagne onder (in Nederland) zeldzame vogels met de titel “Houd koers – vlieg duurzaam”, een rigoureus verbod op het doorseinen van dit soort absurde waarnemingen of desnoods een hoge belasting op het vervoeren van vogeltelescopen. Er moet wel íets gebeuren.

P.S.
Mochten er onnauwkeurigheden, onjuistheden in de berekeningen zijn geslopen, dan houd ik mij aanbevolen voor correctievoorstellen.R.

 

Bron van de foto: http://www.ad.nl/dossier-rotterdam/vogelaars-rukken-massaal-uit-voor-eerste-bergheggenmus-ooit~a770e800/

Kernafval: getikte problemen – getikte oplossingen

Kernenergie: afval is het echte probleem

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Kernenergie is niet het succes geworden dat de optimistische technocraten ons in de jaren 50  beloofden. Van die droom staat alleen nog het Atomium in Brussel overeind.

Veiligheidsproblemen – met Tsjernobyl en Fukushima als bekendste dieptepunten – en decennia van heftig maatschappelijk verzet hebben de opmars van de kernenergie gestopt. Hier en daar is kernenergie al op de terugtocht.

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Het meest opmerkelijk is de Duitse Energiewende na Fukushima: alle kerncentrales in Duitsland worden stilgelegd.

Maar veiligheidsproblemen zijn niet het grootste probleem van kernenergie. Ook al zouden deze opgelost zijn, het echte probleem van kernenergie is radioactief afval, dat tot een miljoen jaar gevaarlijk blijft en al die tijd van de biosfeer gescheiden dient te blijven. Technologieën om de hoeveelheid afval drastisch terug te brengen – snelle kweekreactoren hadden hier een rol kunnen spelen – waren geen succes. Technologieën waarmee gevaarlijk radioactief afval kan worden omgezet in minder gevaarlijk afval (‘transmutatie’) zijn grotendeels nog science-fiction. Het is eigenlijk nauwelijks voor te stellen dat de uitbreiding van kernenergie in de afgelopen decennia heeft mogen plaatsvinden zonder dat dit probleem was opgelost.

In de late jaren 80 van de vorige eeuw heb ik mij al eens mogen bezighouden met dit krankzinnige probleem. De VVM (toen nog Vereniging voor Milieuwetenschappen) had het verzoek gekregen om een aanbeveling te doen voor de uitwerking van Actie 62 van het Nationaal Milieubeleidsplan. Ik heb toen in opdracht van de VVM een discussieproject geleid, waar we ons over de technisch-wetenschappelijke en ethische kant van het probleem hebben gebogen (de Man, 1991). Natuurlijk kwamen we tot de conclusie dat het een heel complex probleem was met de onmogelijke opgave om op basis van grote onzekerheden in huidige kennis beslissingen met gevolgen voor honderdduizenden jaren te onderbouwen.

Nederland doet niets – Duitsland komt in actie

In Nederland (toen de commissie OPLA) had een voorkeur voor geologische eindberging in bijvoorbeeld zout- of kleilagen. Een definitieve keuze zou op basis van nauwgezet geologisch onderzoek mogelijk zijn. Een voorkeur werd toen niet uitgesproken. Nu bijna 30 jaar hierna is de besluitvorming in Nederland eigenlijk minder ver dan toen. Over de definitieve berging is nog niets besloten. Wel is besloten het afval zeker 100 jaar bovengronds op te slaan bij COVRA en in de tussentijd de mogelijkheden verder te onderzoeken. Het gaat hierbij over heel weinig hoog-radioactief afval (tot 2130 ongeveer 401 m3 en een grotere hoeveelheid met lagere radioactiviteit (70.000 m3). Besluitvorming is niet voorzien tot rond 2033, het moment dat de kerncentrale in Borssele definitief uit bedrijf genomen wordt.

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Hoe anders is de situatie in Duitsland. Nu heeft men daar ook wel wat meer afval, ongeveer 75 keer zoveel als in Nederland. In Duitsland wil men snel werk maken van het zoeken naar locaties voor definitieve ondergrondse opslag. Eerdere pogingen in deze richting (‘Gorleben’) hebben tot gigantische conflicten geleid. De ‘Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfälle’ heeft recent een rapport gepubliceerd met voorstellen voor een proces voor de bepaling van geschikte locaties waarbij aan de ene kant technisch-wetenschappelijke informatie een belangrijke plaats krijgt en aan de andere kant een uitgebreid proces van participatie en inspraak zal worden gerealiseerd. Worden de voorstellen van de commissie aangenomen, dan zal dit resulteren in een wettelijke regeling, die ook in de opbouw van een nieuwe bestuurlijke structuur rond het management van het thema ‘opslag radioactief afval’ voorziet.

Een natte droom van nieuwe technocraten

Ik heb het (zonder bijlagen) 683 pagina’s tellende rapport proberen te lezen. Het is elke keer weer verbazingwekkend met wat voor gecompliceerde, abstracte, even geleerd klinkende als nietszeggende formuleringen de Duitsers zich blijkbaar laten afschepen. De grondtoon van het rapport is ronduit naïef. Het leest als een technocratisch sprookje: “We hebben het indertijd, toen de protesten over Gorleben uit de hand liepen, verkeerd aangepakt. Daardoor hebben we die mooie, veilige berging van radioactieve afvalstoffen in de zoutlagen niet kunnen realiseren. We hebben toen de maatschappelijke krachten verkeerd ingeschat en de verkeerde beslissingen genomen. Nu gaan we het beter doen. We gaan de bevolking er nauwer bij betrekken. We gaan nu het hele proces transparanter maken. Zo kan een herhaling van Gorleben worden voorkomen. Als de bevolking begrijpt dat we op basis van de beste informatie open en eerlijk de beste keuzes voorbereiden en die tijdig met alle betrokken bespreken, dan zal de besluitvorming op een brede consensus kunnen rekenen.”

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Flauwekul natuurlijk. Door tientallen moderatoren in te zetten, een ‘Begleitgremium’ te installeren en ‘Regionalkonferenzen’ te organiseren, zal de bevolking zich niet laten belazeren. “De oplossing ligt al decennia klaar, nu moet de bevolking er nog achter komen te staan”, lijkt het naïeve geloof van een nieuwe generatie technocraten. Dat gaat niet lukken. Na de organisatie van het hele inspraakcircus, zal Duitsland weer terug bij af zijn. Zodra concrete locatiekeuzes aan de orde komen, zal het oude probleem weer boven komen. Dan zal blijken dat de bevolking een oplossing door de strot krijgt geduwd die nooit goed is doordacht.

Een curieuze denkfout

Waarom is ondergrondse berging verkozen tot de oplossing? Waarom zijn er geen alternatieven in discussie? Deze TINA-positie (“There is no Alternative!”) lijkt het gevolg van een curieuze denkfout. Terecht wordt vastgesteld dat het hoogradioactieve afval wel een miljoen jaar schadelijk blijft. Dan wordt daaruit geconcludeerd dat we snel een oplossing nodig hebben die het afval een miljoen jaar gescheiden houdt van de biosfeer. Waarom eigenlijk? Waarom hebben we opeens haast? We weten dat we die rotzooi een miljoen jaar uit het milieu moeten houden, maar  wie zegt dat we het probleem voor de komende miljoen jaar moeten oplossen? We dwingen onszelf om een project met een looptijd van een miljoen jaar te definiëren, iets wat nooit eerder gebeurd is in de geschiedenis. Het zou natuurlijk mooi zijn als we de oplossing voor een miljoen jaar met zekerheid zouden kunnen bieden. Die oplossing is er niet: er zijn nog heel grote onzekerheden en geen enkele zichzelf respecterende technicus kan een miljoen jaar veiligheid garanderen, ook niet voor opslag in diepe zoutformaties. Er zit niets anders op: we zullen oplossingen voor een goed gedefinieerde tijdsperiode moeten accepteren. Een mogelijkheid is de door Nederland besloten strategie voor een bovengrondse tussenopslag gedurende 100 jaar. Zo’n tijdelijke oplossing kan ook in zout- of rotsformaties, maar het blijft een tijdelijke oplossing.

Weg is niet weg!

De politiek wil het probleem van tafel, dat wil zeggen de radioactieve afvalstoffen de grond in, weg van de biosfeer, weg van beïnvloedingsmogelijkheden, weg van de politieke agenda. Daarbij postuleert zij dat er een definitieve oplossing bestaat. Zo’n oplossing is er nog niet. Door dit weg-is-weg-uitgangspunt wordt veel tijd, geld en deskundigheid aan het verkeerde probleem verspild. Prioriteit nu is het organiseren van acceptabele tussenoplossingen, voor 100 of 250 jaar bijvoorbeeld. Het Duitse inspraakcircus gaat over het verkeerde thema op het verkeerde moment. De onbegrijpelijke haast met het forceren van een definitieve oplossing wordt gelegitimeerd met een onzinnig ethisch argument: “we mogen toekomstige generaties niet opzadelen met onze problemen”. Mogen we toekomstige generaties dan wel opzadelen met een onbeheersbare situatie die ontstaat als onze mooie berekeningen van vandaag over 100, 1000 of 100.000 jaar niet blijken te kloppen?

 

Referenties

Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe, Abschlussbericht, K-Drs. 268. https://www.bundestag.de/blob/434430/bb37b21b8e1e7e049ace5db6b2f949b2/drs_268-data.pdf

Ministerie van Infrastructuur en Milieu, Het nationale programma voor het beheer van radioactief afval en verbruikte splijtstoffen, juni 2016. http://www.autoriteitnvs.nl/binaries/anvs/documenten/publicatie/2016/6/24/nationale-progamma-radioactief-afval/het-nationale-programma-radioactief-afval.pdf

R. de Man, Ondergrondse berging van onverwerkbaar afval – Studie ter voorbereiding van een standpuntbepaling door de Vereniging voor Milieuwetenschappen ten aanzien van NMP-Actie 62, Publikatiereeks stralenbescherming nr. 1991/53, Ministerie van VROM, Leidschendam, december 1991.