Der Verbraucher als Deus ex Machina

Wie wir aus Ratlosigkeit wilde Phantasien über den Weltmeister des kurzfristigen Handelns entwickeln*)

Diese Gedanken entstanden bei mir während Vorträge und Gespräche bei den sog. Hamburger Gesprächen letzte Woche.

Eine (zu) schöne Geschichte

Die folgende Argumentation hört man diese Woche wenigstens 1000 mal (wenn nicht 100.000 mal) auf deutschen und internationalen Veranstaltungen (Workshops, Kongressen, Symposien, Festreden, Fernsehprogrammen). Ich kann mir gut vorstellen, dass auch heute eine Rede ungefähr den folgenden Text enthält.

„Wir belasten unseren Planeten mit unseren Produktionsprozessen, Produkten, Abfällen und Emissionen weit über die Tragfähigkeit der Umwelt hinaus. Wir gefährden nicht nur das Klima, die Biodiversität nimmt dramatisch ab und, obwohl fast keiner das merkt, geht die Qualität der Böden so schnell runter, dass nicht nur ganze Ökosysteme bedroht sind, sondern auch die Ernährung der noch immer schnell wachsenden globalen Bevölkerung. Durch die Globalisierung der Wirtschaft hat die Bevölkerung der reichen Länder einen immer größeren globalen Fußabdruck. Die Bundesrepublik braucht die Oberfläche von fünf zusätzlichen Bundesrepubliken. Mit unserem Konsum vernichten wir die Wälder in Indonesien, die Böden und das Grundwasser in Zentralasien und verstoßen wir zusätzlich gegen elementare Menschenrechte weltweit.

Meine Damen und Herren, eine nachhaltige Entwicklung erfordert, dass wir kräftig gegen die Umweltbelastung und die Menschenrechtsverletzungen in unseren globalen Zulieferketten agieren. Aber wie erreichen wir, dass keine Primärwälder für Palmöl gerodet werden, dass die Entwicklung von Sojaplantagen für das in unseren Fleischveredlungsunternehmen verwendete Viehfutter nicht zu Landraub in Südamerika beiträgt, dass die Arbeiterinnen in der Bekleidungsindustrie von Bangladesch ein gerechtes „living wage“ und eine akzeptable Arbeitssicherheit bekommen? Ohne Druck auf die Unternehmen in der gesamten Kette – von der Primärproduktion bis hin zum Supermarkt geht es nicht.

Der Druck sollte (im Prinzip) vom Staat kommen. Der Staat – über die üblichen Instrumente des Ordnungsrechts – sollte das Spielfeld neu definieren. Unternehmen, die heute nur Geld damit verdienen, weil sie die externen Umweltkosten und sozialen Kosten nicht internalisieren in den Preisen ihrer Billigwaren, sollten die externen Kosten endlich mal in Rechnung gestellt werden. Sollten, aber in der Realität ist das wohl sehr schwierig. Motivation und Handlungsspielraum des Staates sind hier das Problem. In den problematischen Produktionsländern fehlt es dem Staat an Motivation. In korruptionsgeplagten Ländern wie Bangladesch oder Indonesien wird der Staat die sozial und ökologisch bedenklichen Praktiken nie effektiv bekämpfen, solange die korrupte Elite darin kein Eigeninteresse sieht. In den Konsumentenländern hat der Staat nur sehr wenig Spielraum. Die WTO verhindert in der Regel, dass importierende Länder die Nachhaltigkeit der importierten Waren regulieren. Es gibt zwar im Bereich der Bioenergie und der Holzimporte gewisse Ausnahmen, aber in der Regel können Deutschland, die Niederlande oder Frankreich keine ökologischen oder sozialen Anforderungen an Soja- oder Textilimporte gesetzlich festlegen, ohne unzulässige Handelsbarrieren zu verursachen.

Liebe Zuhörer, wie können wir trotzdem die Unternehmen in Richtung Nachhaltigkeit bewegen? Wir meinen, dass der Verbraucher (die Verbraucherin) hier eine wichtige Rolle spielen muss und auch kann! Es findet hier bereits eine erfreuliche Entwicklung statt. Es ist heutzutage undenkbar, dass Supermärkte keine kontrolliert biologisch angebauten Lebensmittel oder „fair-trade“-Waren anbieten. Der/die Verbraucher(in) verlangt von Unternehmen, dass er/sie mit gutem Gewissen einkaufen kann. Und die Unternehmen hören auf die kritischen Verbraucher(innen). Der kritische Konsument ist bereits heute ein wichtiger Faktor in der Beeinflussung von Produkten, Produktion und Lieferketten. Diese Rolle wird zunehmen, aber dafür müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: dem Konsument müssen die mit dem Produkt verbundenen ökologischen und sozialen Problemen bewusst sein und es müssen verantwortungsvolle Alternativen vorhanden sein. Wenn der Konsument versteht, dass er einen Beitrag zur Lösung gravierender ökologischer und sozialer Probleme leisten kann, ist er auch bereit dafür ein paar Cent mehr zu bezahlen. Der Schlüssel liegt also bei Schaffung von Bewusstsein und Wissen durch Erziehung und Aufklärung der Verbraucher!“

Otto Moralverbraucher

Deus ex Machina

Ein „Deus ex machina“, ursprünglich „das Auftauchen einer Gottheit mit Hilfe einer Bühnenmaschinerie“, ist „eine sprichwörtlich-dramaturgische Bezeichnung für jede durch plötzliche, unmotiviert eintretende Ereignisse, Personen oder außenstehende Mächte bewirkte Lösung eines Konflikts“. Im Drama der fehlenden Steuerung globaler Stoff- und Warenströme schwebt plötzlich der Verbraucher über der Bühne und bekommt damit fast göttliche Eigenschaften. Der Verbraucher – in seiner Göttlichkeit – löst das Unlösbare: Das Handeln ist völlig blockiert. Die Unternehmen stehen im Wettbewerb zu einander. Wer zu viel Nachhaltigkeit entwickelt, produziert zu teuer und wird vom Markt zurückgepfiffen. Der Staat im Produktionsland wird von dominanten Interessensgruppen zu Korruption und niedrigen Standards gezwungen. Der Staat im reichen Konsumentenland wird von WTO-Regeln gelähmt. Eine völlig aussichtslose Lage.

Und, siehe da, der göttliche Verbraucher entwirrt den Knoten und das Problem ist gelöst!

Phantasiekonstrukt

Der göttliche Verbraucher ist leider ein Phantasiekonstrukt und hat nur ganz wenig mit dem irdischen Verbraucher, Otto Normalverbraucher, gemeinsam. Er lässt sein Kaufverhalten kompromisslos von seinem Gewissen steuern. Es gibt selbstverständlich Käuferschichten (vor allem in den oberen Einkommensklassen), die nur Biogemüse, T-Shirts aus biologisch angebauter Baumwolle und delfinfreundlichen Thunfisch verlangen, oder sogar kategorisch auf Thunfisch verzichten. Die Mehrheit der Verbraucher wird sich auch in Zukunft bei Kaufentscheidungen nur sehr begrenzt, wenn überhaupt, durch ökologische oder soziale Überlegungen steuern lassen. Um das unvermeidliche Drama zu verhindern, wird aus Otto Normal Verbraucher Otto Moralverbraucher (siehe das Buch von Caspar Dohmen) gemacht. Den gibt es aber in der Realität nur sehr selten.

Der Konsument und der Bürger

Weltmeister des kurzfristigen Handelns

Eine nachhaltige Wirtschaft ist davon abhängig, ob wir in der Lage sind, die Priorität langfristiger Ziele wieder herzustellen und Gegengifte gegen die nachhaltigkeitsfeindliche Kurzfristigkeit zu entwickeln. Nachhaltigkeit hat nicht in erster Linie, wie oft angenommen wird, mit einem Kompromiss zwischen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen, sondern mit der langfristigen Stabilität unserer Wirtschaft zu tun. Den Konsument für die langfristige Stabilität unseres Wirtschaftssystem verantwortlich zu machen, wer könnte auf so eine lächerliche Idee kommen? Das Tier Konsument ist in erster Linie durch kurzfristige Ziele und immer wechselnde Emotionen getrieben. Nachhaltigkeit kann dabei durchaus eine Rolle spielen, aber dann in der Form von Emotionen zum Thema Nachhaltigkeit. Dabei können die Emotionen genauso schnell wechseln wie bei anderen Modeerscheinungen. Wer auf das Verhalten des emotionalen Verbrauchers vertraut, wird leider nur Zeit verlieren. Es wird zwar keinen Mangel an nachhaltigkeitsgetriebenen emotionalen Themen am Verbrauchermarkt geben, aber das Ergebnis wird mit Sicherheit nicht nachhaltig sein.

Der Bürger als treibende Kraft

Vom Einfluss der Konsumenten auf Unternehmen durch ihr Kaufverhalten darf man nur ganz bescheidene Beiträge zur Nachhaltigkeit erwarten. Viel mehr Einfluss haben die Menschen in ihrer Rolle als Bürger. Kritische NGOs haben einen viel größeren und direkteren Einfluss auf Unternehmen als die Konsumenten. Die Drohung von NGOs, Unilevers „brand“ Dove anzugreifen, hat Unilever dazu gezwungen, eine Koalition gegen die Vernichtung der südostasiatischen Regenwälder aktiv zu unterstützen. Die Kampagnen der NGO „Lekker Dier“ in den Niederlanden gegen unethische Praktiken in der Hühnerzucht (holländisch: „plofkippen“) hat dazu geführt, dass führende Supermärkte und Lebensmittelhersteller sich auf einigermaßen akzeptable Formen der Hühnerhaltung verpflichtet haben. Es sind weder die Konsumenten noch die Politik, die solche Änderungen bewirkt haben. Ein Großteil der Konsumenten wird auch in Zukunft das billigste Hühnerfleisch kaufen. NGOs wie „Lekker Dier“ können aber effektiv verhindern, dass bestimmte Qualitäten überhaupt noch angeboten werden.

Die Initiative liegt beim Bürger. Die Politik konsolidiert

Der Schlüssel für die Gestaltung nachhaltiger Lieferketten liegt weder beim Staat noch beim Konsument. Der (nationale) Staat ist zu träge und kann in der globalen Wirtschaft oft nicht adäquat handeln. Der Konsument ist Weltmeister Kurzfristigkeit. Die entscheidende Rolle liegt bei dem Bürger und seinen Organisationen: bei den gesellschaftlichen Organisationen (NGOs), die durch eine Kombination von Kritik und Kooperation die Unternehmen in die gute Richtung lenken. Das Ergebnis sind Kompromisslösungen, in denen die Interessen der unterschiedlichen „stakeholders“ repräsentiert werden. Gute Beispiele sind die „roundtables“ für Holz, Palmöl, Soja, etc. (FSC, RSPO, RRS, etc.). Sie reflektieren die heute praktisch realisierbaren Kompromisse, noch nicht die optimalen Lösungen für Nachhaltigkeit. Sie sind aber relativ schnell zustande gekommen, viel schneller als durch klassische internationale Kooperation, zum Beispiel auf der Ebene der Vereinten Nationen, realisierbar gewesen wäre. Solche „multi-stakeholder“-Initiativen haben zu breit akzeptierten Standards geführt. Diese Standards werden noch nicht weltweit effektiv umgesetzt und das kann auch nicht erwartet werden. Die Standards müssen als Angebot der Koalitionen von Bürgern und Wirtschaft an die Politik verstanden werden. Die Standards genießen hohe Akzeptanz und es ist nachgewiesen, dass sie umgesetzt werden können. Jetzt ist die Politik am Zug, sie verbindlich für alle zu machen.

Referenzen

Deus ex Machina, sieh: https://de.wikipedia.org/wiki/Deus_ex_machina

Caspar Dohmen, Otto Moralverbraucher: Vom Sinn und Unsinn engagierten Konsumierens, Orell Füssli, 2014.

Über den “plofkip” https://www.wakkerdier.nl/plofkip 

Siehe auch meine englischsprachige Publikationen, wie
Reinier de Man, Private Sector Driven Sustainability Standards, How can they Promote Sustainability in Third States?, in: Wybe Th. Douma, Steffen van der Velde (eds.), EU environmental norms and third countries: the EU as a role model?, CLEER Working Papers 2013/5.

 

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*) Warnung: dieser Blog enthält Ironie und Humor. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Freunde.

Outsourcing Responsibility

A morning discussion at the sustainability department of a large textile retailer.

[fiction based on real cases]

  • Good morning. Did you look at the football match last night?
  • Yes, but it was a bit depressing to see how they lost against this second class club from Bremen …
  • I agree, but there is something else we should discuss: I just heard that there was a fire in a Bangladesh textile factory last night. Do you know more?
  • Yes, it seems that it was not as bad as the Rana Plaza accident in 2013 where more than 1000 people seem to have died. I heard some 10-15 women have died from smoke poisoning. The other 250 could leave the building safely. The building has not yet collapsed.
  • Are we somehow involved? Are we connected through one of our supply chains?
  • I did a quick scan of our supplier data. There does not seem to be a direct connection, although we suspect that one of our main suppliers is using (or has been using) the company that owns the production facility that just burnt down. Moreover, I checked on the website reprisk.com whether we should worry about any reputation risk now. It seems that we are not in the spotlight this time, but H&M and C&A should be worried more.
  • Yes, it seems very unlikely that NGOs like the Clean Clothes Campaign or similar NGOs will find out our third-tier-link to the accident spot. So we need not worry too much.
  • But we should follow this closely. In any case, we should have a good story ready before NGOs will try to damage our reputation. To build a good reputation and a strong brand takes years. It can be destroyed overnight.
  • What story do we need, just in case?
  • In any case, we should emphasize our strong commitment to BSCI, the Business Social Compliance Initiative, including our efforts to audit at least all our first-tier suppliers. Moreover, we should mention our participation in ACCORD, the Bangladesh Fire and Safety Accord and our policy with respect to the Living Wage issue. But I do not expect that we will be grilled by NGOs this time.
  • And what about our supply chains from Latin America? There appear to be some issues related to freedom of association and labour safety there.
  • Don’t worry too much. We are working with some companies to get things better, but public attention is not focussing on those countries. The issue has not yet been discovered by our stakeholders. We should not create an issue where it has not developed yet.
  • I will go for a cup of coffee. Can I get one for you, too?
  • Yes, strong coffee, no sugar, no milk please.

Rescuers search for survivors of Bangladesh building collapse

http://www.abc.net.au/news/2013-04-26/up-to-1,000-feared-dead-after-bangladesh-factory-collapse/4652206

What is wrong with this discussion? A virtual interview.

  • What do you think when hearing these CSR managers discuss the Bangladesh accident?
  • On one level, it is completely reasonable and understandable that they discuss the business risks as a result of this accident. On another level, it is almost depressing to hear that the death of 15 women is only discussed in terms of risks to the company. It seems that issues of responsibility and issues of business risks are not being distinguished at all.
  • I do not follow you. My understanding is that the company’s stakeholders act as watchdogs. These watchdogs then create business risks for the company. The business risks create a motivation for the company to act, to improve their own management and to create pressure on their suppliers or even on the suppliers of their suppliers to organize corrective action. In the end, the affected people only profit.
  • Yes, that is the theory. But I do see fundamental problems. The first problem is that the company’s ethical obligation to respect human rights (including worker safety such as fire protection) is virtually being replaced by purely commercially motivated risk management. The goal of reducing risks to people (violations of human rights) is being replaced by the goal of reducing risks to the company.
  • I do not see the problem. As I said: by reducing the company’s risks you are automatically reducing the risks to the people. Is not that great?
  • No, you are not doing this automatically. Therefore it is not great. The company is not acting on the basis of its own values, but on the basis of issues that come up. Issues are defined by stakeholders with their selective agendas and their selective capacity to observe and to report. Issues that are not on their agenda can be disregarded. Places where they are not present do not matter. This is a potentially dangerous tendency. Although companies like to call themselves proactive, they are increasingly becoming reactive, reactive to what selective stakeholders, those stakeholders that matter in terms of risk creation, define as issues. This is what I call: ‘outsourcing responsibility’.
  • What would you do differently then?
  • Companies should become more ‘proactive’ in the sense that they go beyond the agendas that their stakeholders define and commit themselves to solving problems that even their stakeholders have not yet defined. The best companies do already understand this.

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Circulair Geleuter

Het verzoek

Ik werd onlangs opgebeld of ik een bijdrage wilde leveren aan een symposium over circulaire economie, georganiseerd door een niet nader te noemen bedrijf. Zo ging dit gesprek ongeveer.

Het gesprek

X:  Ja, wij kennen u van het artikel in Trouw, waarin u zich nogal kritisch uitlaat over ‘circulaire economie’

Ik: Wat wilt u van me?

X: Nou, wij zouden het aardig vinden als u uw mening zou kunnen inbrengen in een klein symposium van ons bedrijf waar we verschillende partijen met verschillende meningen uitnodigen om van gedachten te wisselen over ‘circulaire economie’. Onze strategie is helemaal op de implementatie van ‘circulaire economie’ gebaseerd. Het zou goed zijn dat ook uw geluid – toch wel heel anders dan wat de meesten laten horen – gehoord werd.

Ik: Ik weet niet of dat zinvol is. U kent, neem ik aan, mijn verhaal. Kort door de bocht: het concept ‘circulaire economie’ is op een leugen, of in ieder geval op een misverstand, gebaseerd. Het is fysisch onmogelijk om elk stofmengsel (product, afval …) weer tot nuttige componenten te recyclen, tenzij je eindeloos veel energie ter beschikking hebt. Vergeet je die energiecomponent dan lijkt die circulaire economie veel te mooi, te eenvoudig en te aantrekkelijk. Begrijp me niet verkeerd. Recyclen is vaak heel zinvol en ook in het rijksbrede programma staan veel zinvolle actiepunten. En wat uw bedrijf doet en nog van plan is, ook dat is heel mooi. Dit alles wordt alleen gelegitimeerd door een leugen …

X: Voor ons bedrijf is het een perspectief, een doel op lange termijn, iets waar we naar toe werken.

Ik: Dat is wel aardig, maar het is een utopie. Je kunt er wel naar toe werken, maar je zult er nooit komen. Bovendien is niet alles op de weg naar een ‘circulaire economie’ goed. Je zult het per geval moeten bekijken.

X: Wij zijn juist erg geïnteresseerd in uw mening.

Ik: Daar was ik al bang voor. Dat u denkt dat het om een mening gaat. Dat de basisfilosofie van de ‘circulaire economie’ in strijd is met elementaire fysische waarheden, in dit geval de Tweede Hoofdwet van de Thermodynamica, is niet mijn mening. Het is een waarheid, die ik best wel wil uitleggen, maar waarover verder niet te praten valt.

X: Maar uw mening – sorry dat mag ik geloof ik niet zeggen van u… –  uw standpunt is juist heel belangrijk voor ons symposium.

Ik: Ter vergelijking: er zijn nog steeds mensen die tegen alle feiten, tegen alle redelijke argumenten, tegen de beste theoretische kennis in beweren dat het klimaat niet door menselijke activiteiten aan het veranderen is. Je kunt zo een symposium organiseren met klimaatpessimisten en klimaatoptimisten die elkaar te lijf gaan, maar wat heb je daar aan? Feit is dat degenen die de klimaatverandering ontkennen gewoon uit hun nek lullen. Ook al nodig je een meerderheid tegenstanders uit, inhoudelijk hebben zij al lang verloren. Er valt hier niet te discussiëren. Er valt niet te onderhandelen. De waarheid ligt niet tussen twee meningen.

Hetzelfde geldt voor het probleem van de ‘circulaire economie’. Inhoudelijk klopt er niets van. Iedereen die een beetje verstand heeft van thermodynamica weet dat het niet deugt. Er is overigens nog een aantal problemen die ik gemakshalve nu maar even oversla. Ik begrijp dat het niet in het belang is van uw bedrijf om de theorie achter uw strategie onderuit te halen, maar dit is geen commerciële of politieke discussie. Dit is een inhoudelijke discussie die met wetenschappelijke, niet met commerciële of politieke argumenten beslist kan worden. Wat heb ik er aan om dan als enige tegenstander tussen al die mensen te gaan zitten die enthousiast hun circulaire kletskoek vanuit hun eigen belangen verdedigen?

X: Even voor de duidelijkheid. Bij dit symposium gaat het niet om onze commerciële doelen allen. Het doel is maatschappelijk …

Ik: Het vervelende is dat de grote denkfout achter circulaire economie, het ontkennen van de Tweede Hoofdwet van de Thermodynamica, en daarmee het bagatelliseren van de energetische consequenties van eindeloos recyclen, nooit serieus aan de orde komt. De ten onrechte bejubelde goeroe van ‘cradle to cradle’ (Braungart) ziet het allemaal niet zo somber en verwijst naar de oneindige beschikbaarheid van zonne-energie en verkondigt daarmee leuke maar onverantwoordelijke sprookjes.

X: Het zou toch goed zijn om zulke dingen in te brengen in ons symposium, zodat we van elkaar kunnen leren …

Ik: Daar geloof ik niet zo in. Het zal eerder een feestje worden waarin ongefundeerde meningen worden herhaald en bevestigd. Terwijl ik dit zeg, maak ik me weer kwaad. Nee, ik doe niet mee. Een goede middag nog.

Zie ook

mijn artikel met Friege
mijn artikel met Brezet

Lees ook Piers Sellers in The New Yorker over de ontkenning van klimaatwetenschap.

Natuurwetten democratisch afschaffen

Referendum om de zwaartekracht af te schaffen

De krant van afgelopen woensdag (NRC Handelsblad, 14 september 2016) bevatte weer heel veel humor. Op de pagina Binnenland las ik “De PVV gunt kiezer wel heel ruim mandaat. Referendum. De PVV wil vier keer per jaar referenda, bindend bovendien. Elk onderwerp is mogelijk, ook afschaffing van de zwaartekracht.” Blijkbaar ziet mijn krant dat als een probleem. Ik denk dat het best leuk kan zijn om zoiets een democratisch te kunnen beslissen.

We schaffen de Tweede Hoofdwet van de Thermodynamica gewoon af!

De Tweede Hoofdwet van de Thermodynamica

De Tweede Hoofdwet van de Thermodynamica kan op vele manieren geformuleerd worden. Misschien wel de eenvoudigste formulering is: “warmte gaat spontaan altijd van een een plek met een hoge temperatuur naar een plek met een lagere temperatuur”. Wil je warmte de andere kant op laten gaan, dan zul je energie moeten toevoegen. Andere formuleringen maken gebruik van het begrip entropie en koppelen dat eventueel aan een statistische interpretatie: entropie is wanorde en spontaan neemt die wanorde steeds toe. De eerste hoofdwet geeft aan dat in een gesloten systeem de totale energie gelijk blijft. De tweede hoofdwet beperkt de richting van processen. Processen zijn meestal niet omkeerbaar. Zie ook mijn opstel hierover.

Die Tweede hoofdwet beperkt ons wel:

  • Een warm kopje koffie wordt gewoon koud en de kamer wordt daardoor (onmerkbaar)
    warmer. Een koud kopje wordt nooit spontaan warmer waarbij de kamer afkoelt.
  • Als we rode wijn en witte wijn bij elkaar doen, heeft het resultaat een rosé-kleur. Schudden versnelt het proces. Door schudden krijgen we nooit de twee helften weer gescheiden: boven wit en onder rood, bijvoorbeeld.
  • Als we, in de in de vorm van producten of – in een later stadium afval – allerlei stoffen mengen, is het heel moeilijk ze weer uit elkaar
    te halen. Als het lukt, kost het altijd energie.

Circulaire economie gaat dus heel veel energie kosten en zal nooit helemaal lukken. Tenzij we die rotwet afschaffen!

Circulaire Economie

Beleid om natuurwetten af te schaffen is niets nieuws. Het wordt volop ontwikkeld. Een goed voorbeeld geven de staatssecretaris van Milieu en de minister van Economische Zaken. Misschien iets minder radicaal dan het opheffen van de zwaartekracht maar minstens even revolutionair. Ik lees in dezelfde krant, een pagina later: “Kabinet: in 2050 geen afval meer.” Dat staat in het Rijksbrede programma Circulaire Economie.

Zeurpieten

Er zijn natuurlijk wetenschapsmensen, technici en andere zeurpieten die haarfijn kunnen uitleggen dat het volledig sluiten van stofkringlopen eindeloos veel energie en tijd kost omdat het aan de Tweede Hoofdwet van de Thermodynamica voorbij gaat. Zij zullen ook beweren dat het sluiten van kringlopen ook negatieve gevolgen kan hebben voor het milieu en het klimaat.

Referendum

Om de Circulaire Economie in te kunnen voeren moet de Tweede Hoofdwet van de Thermodynamica dan maar afgeschaft worden. Dat is natuurlijk moeilijk. Maar als we het nu eens met z’n allen echt willen, de neuzen dezelfde kant op, het verstand op nul, dan zouden we toch een eind moeten kunnen komen. Laten we een volgend referendum gebruiken om de zeurpieten de mond snoeren.

 

Zie ook mijn opstellen hierover op het andere deel van mijn website.